
Wetter
April 3, 2008In den knapp vier Wochen die ich bislang hier bin hat irgendwas gefehlt. Vorgestern ist mir dann auch aufgefallen, was: Regen!
Um genau zu sein, hat es den kompletten Maerz (sagt die Hindustan Times) und auch den Januar/Februar (sagt der Buerokonsens) nicht geregnet. So konnte ich dann am Dienstag bzw. Mittwochmorgen mitverfolgen, was passiert, wenn es die halbe Nacht durchregnet.
Positiv faellt auf, dass die Stadt noch gruener (weil jetzt ohne Staub) erscheint, als sie es ohnehin schon ist. Vor meiner Ankunft haette ich nicht gedacht, soviel Gruen in Form von Wiesen, Baumen und Parks zu sehen. Mit Ausnahme von Old Delhi findet man diese fast ueberall in der Stadt (wobei ich dazu sagen muss, dass ich mich zu 90% im Suedteil der Stadt bewege).
Ebenfalls positiv: es ist kalt!
Also kalt im Sinne von „tagsueber nicht ueber 35 Grad“. Heute und morgen entspannte 32 oder 33 Grad (ich habe die Taste fuer das Grad Celsius Symbol immer noch nicht gefunden), am Wochenende wird’s dann dann Zeit fuer die Winterklamotten: nur 28 Grad werden vorhergesagt. Optimal fuer meine geplante Tour zum Taj Mahal nach Agra. Ausserdem kann ich bei der Kaelte meinen FCK Schal auf der Strasse zur Schau tragen (ich kenne mittlerweile alle Sprueche ueber wahrscheinliche Drittligisten, die koennt ihr euch also alle sparen).
Eher unangenehm ist es wahrend und nach dem Regen auf Delhis Strassen. Da kann es schon mal vorkommen, dass man laengere Zeit durch knoecheltiefes Wasser faehrt. Eigentlich kein Problem, nur sieht man dann auch die ganzen Schlagloecher nicht mehr und das kann uebel ausgehen. Ausserdem sollte man sich als Fussgaenger zweimal ueberlegen, ob man an groesseren Strassen entlang laufen, oder ob man doch lieber ohne Spritzwasserdusche am Ziel ankommen will. Wenn der Monsun in Nordindien anrueckt, wird es hier wohl noch eine ganze Ecke heftiger, was die Wasserpegel auf den Strassen betrifft. Naehere Informationen ueber Delhis Kanalisation konnte ich noch nicht einholen, aber der einhellige Tenor wahrend des Mittagessens war, dass die Kanalisation auf jeden Fall nicht ansatzweise in der Lage ist mit dem Monsunregen umzugehen.
Da es bislang nur in der Nacht geregnet hat, trocknen die Strassen und damit auch der ganze Sand und Staub tagsueber wieder recht schnell. Da es hier keine Stadtreinigung gibt, behilft man sich damit, dass man den ganzen Schmodder auf und neben den Strassen morgens zusammenkehrt und liegenlaesst oder teilweise verbrennt (groesstenteils Blaetter). Da Sand vor allen Dingen die Eigenschaft hat recht leicht zu sein, sollte man die Mischung aus heftigem Wind + Sand/Staub tunlichst vermeiden. Hat auch bis gestern Abend gut geklappt, dann rauschten starke Boeen ueber Delhi (oder zumindest ueber Lajpat Nagar wo ich wohne). Knapp 10 Minuten lief ich durch den Mix aus Staub/Sand/Zeitungspapier und als ich heimkam fuehlte ich mich wie nach einem ausgiebigen Strandbesuch (nur mit weniger Sonnenbrand).
Naja, shit happens. Jetzt geniesse ich erstmal die erfrischende Kuehle und stelle die Klimaanlage aus.