Oha, den Text hatte ich noch zwischengespeichert…
Normalerweise hoert man nur davon, dass mal wieder irgendwelche IT- oder Callcenter Jobs nach Indien outgesourct wurden. Das aergert dann, wenn es die Callcenter betrifft, meistens die Amerikaner die nach dem Waehlen von 1-800 eine Hinglish (Hindu-Englisch) Stimme hoeren, die einen fest vorgegebenen Text vom Blatt liest. Die indischen Softwaregurus wie Wipro oder Infosys rekrutieren dagegen meist weltweit und schicken ihre Mitarbeiter in eigens dafuer gebaute Mini-Staedte in Bangalore und Co.
Das die Richtung aber auch umgedreht werden kann, zeigt gerade Tata. Die kennt man in Europa in neuerer Zeit wegen des billigsten Autos der Welt, dem Tata Nano. Ansonsten baut Tata auch noch LKW, ist fuenftgroesster Stahlhersteller weltweit und ist auch noch in der Telekommunikationsbranche taetig. Erstaunlich an Tata ist, dass die Firma seit jeher in Familienbesitz ist und von den Tata’s selbst geleitet wird.
Die Firma hat in Ohio eine Niederlassung errichtet und beschert den dortigen Anwohnern bis zu 1000 neue Arbeitsplaetze. Tatsaechlich wandern Arbeitsplaetze also nicht nur von der westlichen Hemisphaere in die Entwicklungslaender sondern ab und an gehts auch andersrum.
Grosses Thema in den indischen Medien ist momentan das hiesige Schulsystem, welches laut neuester Statistik zu knapp 6000 (!) Suiziden in 2006 fuehrte. Bemaengelt wird vor allem, dass nur stupide auswendig gelernt wird und, dass der zu behaltende Stoff die meisten Schueler und auch Eltern schlicht ueberfordert und Schueler daher fuerchten, entweder die Examen nicht zu bestehen oder die Kriterien fuer Unis und diverse Hochschulen nicht zu erfuellen.
Allerdings befuerchten Kommenatatoren, dass es Jahre dauern wird, bis sich in diesem Bereich Besserungen einstellen werden.
Da freut man sich doch glatt, dass man hier nicht zur Schule gehen muss, sondern sein Abi oder sonstigen Abschluss in Deutschland recht locker erwerben zu koennen.